Franz von Assisi (Doku) 2/3
Wie konnte ein Kaufmannssohn ohne theologische Ausbildung zum Begründer der größten Ordensfamilie in der Römischen Kirche werden? Warum wurde das Grab des Mannes, der eine wandernde Kirche ohne Grundbesitz wollte, zum Grundstein eines monumentalen Kirchenbaus? Über die Wundmale Jesu, die er auf dem Berg La Verna empfangen haben soll, hat Franziskus zeitlebens geschwiegen. Ab wann wurden die Stigmata dazu benutzt, ihn zu einem zweiten Christus zu verklären? Wer hat aus dem radikalen Kirchenkritiker Franziskus den wichtigsten katholischen Heiligen gemacht?
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Im Herbst 2007 gab es in Innsbruck Proteste gegen ein auf der Innbrücke aufgestelltes Kreuz des Tiroler Künstlers Rudi Wach, der Jesus ohne Wundmale und Lendenschurz darstellte. Die Kritiker des Kruzifixes postulierten, dies sei nicht ihr Christus. Wie aber hat sakrale Kunst auszusehen? Ist alles, was von den herkömmlichen christlichen Symbolen abweicht, bereits Blasphemie? Zu diesem Thema nehmen in der Dokumentation von Martin Betz mehrere Persönlichkeiten Stellung, darunter der Kunstsammler und bekennende evangelische Christ Karlheinz Essl, der mit Ausstellungen von Bettina Rheims und Damien Hirst immer wieder den Blasphemie-Vorwurf auf sich gezogen hat, sowie Gustav Schörghofer, Kirchenrektor der Jesuitenkirche in Wien und Förderer von moderner Kunst im sakralen Raum, der durch den Ankauf eines Kreuzes und Messgeschirrs aus Legosteinen im Jahr 2004 heftige Irritationen erzeugte.
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